Untergrund Magglingen
Das Vorhandensein von warmem Wasser im Untergrund ist eine zwingende Bedingung für die Realisierung eines Erdwärmeprojekts. Damit solche Warmwasser-Reservoire erschlossen werden können, müssen deren Position und die darüberliegenden Schichten bekannt sein. Dies herauszufinden, war Ziel der vor rund drei Jahren durchgeführten Untergrund-Untersuchung.
Eine eingehende Analyse der 2023 gesammelten Daten hat aufgezeigt, dass der Untergrund bei Magglingen im Vergleich zum Mittelland besonders komplex ist. Das Gestein ist in vielen Bereichen stark verfaltet, zerbrochen und versetzt. Die Untersuchungen bilden diesen Untergrund zu wenig detailliert ab – die Unsicherheiten bleiben gross.

Der geologische Schnitt durch den Jura zeigt es eindrücklich: Der Aufbauder Schichten ist in diesem Bereich besonders komplex, eine grosse Unsicherheitszone bleibt (Quelle: Hydro-Géo Environnement).
Unsicherheiten im tieferen Untergrund zu gross
Obschon die Untergrund-Untersuchungen das generelle Potenzial von mehreren Warmwasser-Reservoiren unterhalb von Magglingen bestätigen, verzichtet das Bundesamt für Bauten und Logistik BBL auf die ursprünglich vorgesehene tiefe Erkundungsbohrung. Der spezielle Untergrund würde deutlich höhere Bohrkosten verursachen als ursprünglich angenommen. Erdwärme für das bereits realisierte Fernwärmenetz des Areals in Magglingen zu nutzen, bleibt indes eine Option. Die näher an der Oberfläche erwarteten Warmwasser-Reservoire können wesentlich günstiger erschlossen und in Kombination mit einer Wärmepumpe potenziell genutzt werden.
Wertvolle Erkenntnisse und Daten gesammelt
Über den Untergrund der Schweiz ist bislang nur wenig bekannt. Dies trifft noch mehr auf die Region von Magglingen sowie auf den gesamten Schweizer Jura zu. Daher sind die aus der Untergrund-Untersuchung gewonnenen Messdaten äusserst wertvoll – unabhängig vom Projektausgang. Sie tragen dazu bei, die vorhandenen geologischen Kenntnisse zu verfeinern und das Verständnis über den Untergrund in der Region zu verbessern. Die Daten werden der Öffentlichkeit über das Bundesamt für Landestopografie swisstopo zur Verfügung gestellt.